Leben und Arbeiten in den USA

Shownotes

Ralph Neuneier hat mehr als 30 Jahre bei SIEMENS gearbeitet und zwei Drittel dieser Zeit außerhalb von Deutschland in den USA.

Wie es dazu kam, was ihn bewogen hat, im Land zu bleiben, welche Unterschiede es zum Leben und Arbeiten in Deutschland gibt und welche Erfahrungen er mitgenommen hat jenseits von Dienstreisen oder einer Delegation von zwei bis drei Jahren erfahrt Ihr in dieser Folge.

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00:00:00: Herzlich willkommen Ralf Neuneier.

00:00:03: Ich kenne dich aus unserer gemeinsamen Zeit in den USA im Princeton in New Jersey.

00:00:07: Ralf, bitte stelle Dich unseren Hörerinnen und Hörern kurz vor!

00:00:31: habe sogar mit Siemens zusammen meine Diplomarbeit und meine Doktorarbeit geschrieben.

00:00:36: Und wurde danach in der einmaligen Abteilung der Forschung eingestellt, nach den elf Jahren dann in die USA gewechselt als Leiter einer Gruppe und später sogar als Department-Het.

00:00:55: Ralf, als du in die USA wechseltest was hat dich dorthin gezogen?

00:00:59: oder war es mehr ein Schieben.

00:01:02: Es war meine eigene Entscheidung, aus zwei Gründen.

00:01:09: eine war beruflich.

00:01:12: ich hatte mich für einen Management Job, höheren Management Job beworben in Deutschland bin aber zweiter Sieger geblieben war dann etwas frustriert und habe mir eine andere Möglichkeit bei Siemens gesucht und wusste von der Organisation USA und habe auch erfahren, dass dort ein weiterer Manager gesucht wird.

00:01:37: Gleichzeitig gab es familiäre Gründe.

00:01:39: mein Sohn war unterwegs.

00:01:42: damit war eine Pause für meine Frau arbeitsmäßig sowieso im Plan und somit konnten wir beide gemeinsam entscheiden auf eine Firmendelegation für drei Jahre in die USA zu gehen.

00:01:57: aus den drei Jahren wurden dann ganz viele jahre

00:02:01: Ralf, wenn man so wie du viele Jahre in den USA gelebt und gearbeitet hat.

00:02:06: Was verstehst Du denn heute unter dem American Dream?

00:02:11: Und hat sich Deine persönliche Vorstellung von diesem American Dream über die Jahre verändert?

00:02:18: Das sind sehr gute Fragen!

00:02:20: Ich glaube der American Dream ist ein Stereotyp.

00:02:26: was ich in USA gesehen habe, dass es ganz viele verschiedene Lebensentwürfe gibt und die USA auch mehr Platz für verschiedene Lebensentwürfe gibt.

00:02:41: Man kann die Karriere mittendrin wechseln, man kann sehr häufig die Firma wechselen, man können die Purpose wechselnen, wofür man arbeiten will... Man kann eine ganze Menge verschiedener Sachen machen, man könnte noch mal eine Pause einlegen.

00:02:56: Alles etwas komplizierter und unüblicher in Deutschland würde ich sagen in USA nicht und das macht auch die Dynamik der Gesellschaft aus.

00:03:07: Und wenn man mehrere Versuche hat, findet man bestimmt auch irgendwann einmal die Tätigkeit, die einem wirklich Spaß macht und wo man erfolgreich sein wird.

00:03:20: also Failure ist kein Problem in den USA wie es manchmal so ist in Deutschland.

00:03:31: Ja danke wir haben ja geradezu Panik vor Fälger und deswegen sind wir sehr, sehr vorsichtig.

00:03:40: Reif was ist denn aus deiner Sicht der größte Unterschied zwischen der deutschen und amerikanischen Arbeitskultur jetzt mal abgesehen von dieser Flexibilität?

00:03:49: Und woran musstest du dich als Deutsche am längsten gewöhnen?

00:03:54: Ja fangen wir mal mit den Positiven an.

00:03:58: ich komme aus dem Rheinland.

00:03:59: Rheinländer sind meistens sehr offen gehen freudig auf Menschen zu versuchen zum Netzwerken.

00:04:07: Und dann habe ich einen Job gefunden bei Siemens in München, wo auch die Teil der Zentrale in Erlangen lag.

00:04:14: Das sind andere Kommunikationskulturen.

00:04:19: Die Kommunikationskultur in USA auf der Firmen aber auf der privaten Seite hat mir viel mehr entsprochen.

00:04:30: Man kann viel einfacher Netzwerken, man lernt Leute schneller kennen.

00:04:35: Die Hierarchien sind flacher oder wir haben zumindest mal flacher gelebt.

00:04:42: Man kann ruhig mal Probleme erzählen, wird häufiger scheinbar ernst genommen als in Deutschland und das würde ich sagen kam ja sehr entgegen.

00:04:55: Das habe ich sehr genossen.

00:04:58: was manchmal natürlich anders ist.

00:05:01: Ich bin ein sehr detailorientierter Arbeiter sehr gewissenhaft, versuche auch wenn ich was versprochen habe zu liefern.

00:05:12: Da glaube ich das ist in USA manchmal anders.

00:05:20: da muss sich mich dran gewöhnen kann man sich aber daran gewöhnt indem man einfach mehr Kontrollpunkte einsetzt und der Erwartungen managed und klar kommuniziert.

00:05:31: Wenn wir heute nach Deutschland schauen dann gilt unverändert Sicherheit Planbarkeit als sehr wichtig.

00:05:39: In den letzten Jahren ist aber auch ein starker Anspruch an die Work-Life Balance dazugekommen als wichtiger Wert.

00:05:46: In den USA zählen doch eher Leistungen, Geschwindigkeit und persönliche Initiative.

00:05:53: Was funktioniert denn aus deiner Sicht langfristig besser oder wo sind die Vor- und Nachteile?

00:05:59: Also ich war immer überzeugt von Work-life Balance weil man muss ab und zu abschalten können.

00:06:08: wie viel da jeder braucht, ist individuell verschieden.

00:06:14: Wenn man viel Spaß in seinem Job hat, braucht man nicht so viele andere Sachen die einen wieder rausholen und Erholung bringen.

00:06:24: Und ich glaube das ist Teil in den USA.

00:06:27: Die Leute versuchen ihren Job schon dahin gehen zu formen, dass er ihnen Spaß macht.

00:06:33: und wenn er keinen Spaß macht dann gehen sie einfach zu einem anderen Arbeitgeber.

00:06:36: zumindest mal an unserer Pranche war das so.

00:06:41: sind sie vielleicht auch zufrieden mit einem bis zwei Wochen weniger Urlaub.

00:06:47: Ein bisschen hat sich das aber geändert, nämlich während Covid.

00:06:54: Jetzt wenn wir neue Leute einstellen, junge Leute einstellen die fragen schon wie viel Urlaub gibt die Firma?

00:07:05: Wie häufig kann ich von zu Hause arbeiten und wie flexibel bin ich?

00:07:10: Das war davor nicht der Fall.

00:07:12: da hatte fast jeder Angst diese Frage überhaupt zu stellen.

00:07:18: Unsere Erfahrung war auch während Covid, und das habe ich auch gemessen.

00:07:26: Die Produktivität ging nicht runter weil Leute von zu Hause bearbeitet haben.

00:07:34: Je mehr Flexibilität man den Leuten zugesteht umso eher bleiben sie bei unserem Laden und um so bessere Leistungen können sie bringen.

00:07:45: Und sind dann auch bereit ab und zu mal die Exameile zu gehen wie man sagt wenn ein Projekt kritisch wird.

00:07:56: Das war manchmal aus unserer Sicht in den USA schwer zu kommunizieren.

00:08:03: nach Deutschland, die wollten am besten immer mindestens drei bis vier Tage pro Woche im Office und das haben wir dann schwer gegen ankämpfen müssen ab und zu mal bis wir uns durchgesetzt haben.

00:08:20: Ja das passt ja wieder zum Thema Flexibilität.

00:08:25: Halft, du hast gesagt, du gingst für drei Jahre rüber und wenn ich richtig gerechnet habe warst du dann einundzwanzig Jahre da.

00:08:34: Wie verändert sich denn die eigene Karriere?

00:08:36: Wenn man so viel länger als Expat in den USA bleibt bzw.

00:08:42: dann eben gar nicht mehr Expat ist sondern dort ein eigenes Berufsleben hat?

00:08:49: Sehr gute Frage!

00:08:53: Der Grund warum von einem Delegationsvertrag in einen lokalen Vertrag gewechselt habe, war natürlich eine signifikante Beförderung zur Departement-Head.

00:09:06: Die Bedingungen dafür waren, dass man lokal ist – das habe ich auch gerne angenommen.

00:09:13: Das Risiko habe ich nicht gescheut und habe dann auch gesehen, wenn man kein Delegate ist wird man ein bisschen anders wahrgenommen und kriegt auch interessandere Projekte und einfacherer Zugang zu Leuten, die einem wichtig sein können für die Karriere.

00:09:39: Eine reine Management-Stufenaufsteigerei war in der Organisationen, in der ich dann nicht mehr möglich war da schon relativ am Ende.

00:09:52: aber die Aufgabe kann ja auch wachsen mit der Verantwortung und den Impact, den man haben kann.

00:10:02: Wir haben eine ganze Menge Impact gehabt, als wir zusammen bei dem Laden war und auch hinterher auf der Kundenseite aber auch auf der Mitarbeiterseite.

00:10:13: Und jetzt sind ja durch sehr interessante Zeiten gegangen und haben das alles relativ gut gemanagt würde ich im Nachhinein sagen.

00:10:25: also die Frage wie sich die Karriere verändert hat war dann für mich eher was ist mein Arbeitsinhalt?

00:10:34: Wie kann erfolgreich einbringen, welchen Impact kann ich haben und kann nicht abends zufrieden nach Hause gehen.

00:10:41: Und ich kann sagen da hab' ich ein zwanzig Jahre lang gemacht und es war kein einziger Tag dabei wo ich abends heimkam und sag', das war wieder

00:10:48: langweilig.".

00:10:50: Dass das nie langweillig war in unserer gemeinsamen Zeit – und das waren ja nur auch acht Jahre – kann ich bestätigen?

00:10:56: Und Spaß hatten wir auch noch, ne?

00:10:58: Genau!

00:10:59: Spaß ist wichtig dabei.

00:11:01: Ralf, du hast es vorhin aus einer anderen Perspektive angesprochen.

00:11:05: Lass mich die Begriffe nochmal aufgreifen und fragen, wie wichtig in den USA nach so vielen Jahren persönliche Netzwerke die Selbstvermarktung also auch der Versorgung dass man selbst richtig wahrgenommen wird.

00:11:21: Und diese Fähigkeit, die du angesprochen hast sich immer wieder neu zu positionieren Wie wichtig ist das?

00:11:29: Ich glaube das ist entscheidend.

00:11:35: Wie ich eben schon erwähnt habe, ich war sehr froh darauf darüber dass man einfacher Netzwerke bilden konnte als in Deutschland.

00:11:45: Man muss aber auch was in die Netzwerker reingeben also man muss Hilfe anbieten, man muss eine Story erzählen können warum man etwas macht und dann sehr häufig geben die Bekanntschaften die Verbindungen die Beziehungen einem sehr viel zurück.

00:12:11: In USA sind Leute sehr neugierig auf andere Leute und wollen wissen, was sie antreibt.

00:12:21: Das heißt man muss am Anfang schon mal selbst reflektieren Was ist die eigene Motivation?

00:12:29: Wie passt der Kontext dazu?

00:12:30: Warum mache ich das, was sich gerade machen?

00:12:33: Aber wenn man das hat Und dann gibt es natürlich noch ein paar formale Punkte wie man Story schön erzählt dann ist es relativ einfach Beziehungen zu initiieren und zu pflegen, wenn man auch bereit ist etwas zu geben.

00:12:50: Zum Beispiel Hilfe anzubieten, Kontakte zu knüpfen.

00:12:54: Und diese Beziehung und Freundschaften die ich im Beruf aber auch in privaten in den Prinzten gebildet habe, die leben heute noch Wir haben wirklich lebenslange Freunde gebunden aus einem Pool von Leuten, die sehr viel verschiedener sind als es normalerweise in Deutschland der Fall ist.

00:13:21: Wir haben ja immer so ein Bild von Amerika und das gibt eine Realität.

00:13:25: Und es gibt sicher Punkte, die wir unterschätzen was anders ist in Amerika wenn man dort langfristig lebt und umgekehrt gibt es Sachen, die dort völlig normal sind, die uns sehr komisch vorkommen.

00:13:40: hast du da Beispiele?

00:13:44: Ja Also aktuelles Beispiel ist die politische Szene in USA.

00:13:51: Es ist ein sehr großes Theater im Moment, interessant ist dass das den einzelnen Bürger im Mittelstand gehobener Mittelstand eher wenig tangiert, konkret Tangiert in normalen Leben.

00:14:08: der Aktienkurs steigt weiter, die Geschäfte laufen blendend.

00:14:13: natürlich ein paar Prankchen haben Probleme aber das gibt es ja immer.

00:14:18: Aber die Schlagzeilen werden dominiert von der politischen Szene und was dort alle für Sachen passieren.

00:14:29: Und zum Teil schlimme Sachen, in der Vergangenheit war es eigentlich eher so kein Mensch hat sich darüber aufgeregt.

00:14:41: man war sicher dass das sich alles wieder einsortiert und ich bin überzeugt da wird auch diesmal so passieren obwohl es ein bisschen extremer ist Und das, glaube ich, ist interessant.

00:14:57: Wenn ich das mit den deutschen Vergleiche... Da ist dann die politische Szene greift schon mehr durch mit ihren Handlungen und Aktivitäten auf die Entscheidungen, die man persönlich trifft.

00:15:12: Auf die USA verändern sich zurzeit stark.

00:15:15: einen Teil hast du angesprochen.

00:15:17: Immigration wird restriktiver auch amerikanischer Arbeitnehmer altern?

00:15:24: Die KI hält Einzogen immer mehr Berufe.

00:15:28: Wie erlebst du diesen Wandel aus der Perspektive eines langjährigen Berufstätigen in den USA?

00:15:35: Also ich komme ja selber aus der KI-Ecke, habe schon neunundachtzig neuronale Netze gemacht und KI programmiert.

00:15:47: damals gab es halt die schnellen Rechner nicht und die Daten gab's nicht Und KI ist immer noch ein Thema anguckt, welche Geschwindigkeit KI hier reinbringen kann in bestimmte Aufgabenbereiche.

00:16:13: Dann ist das schon sehr interessant!

00:16:17: Natürlich nichts ist perfekt – die KI macht eine ganze Menge Fehler.

00:16:23: gerade im industriellen Bereich ist sie eigentlich nur beschränkt einsetzbar.

00:16:32: aber alles wo es um Wissen geht und Texte geht da kann man heutzutage die KI zu beeinsetzen, da werden einige Leute ihren Job verlieren oder verändern müssen.

00:16:45: Aber es gibt das Sprichwort in USA.

00:16:53: Leute werden nicht wegen KI ihren Job verlernen sondern Leute werden ihren Job verloren weil sie mit KI nicht umgehen können.

00:16:58: Das heißt Sie müssen KI als ein Tool in Ihr Leben mit einbauen und das sehe ich auch.

00:17:07: Großes Problem ist das bei der Bildung.

00:17:10: also die Schüler benutzen zum Teil KI machen ihre Hausaufgaben, aber verstehen nicht was sie eigentlich da gemacht haben.

00:17:19: Das heißt der Lerneffekt ist nicht da außer dass Sie natürlich wissen wie so etwas kann ich tun?

00:17:25: benutzen Die Lehrer schauen das sich unbedingt und geben dann gute Noten.

00:17:35: die Inflation der guten Noten in USA ist ja auch ein großes Thema Und damit entsteht nicht wirklich eine Dello für die Schüler schon ein großes Problem.

00:17:50: Im industriellen Bereich und ihr seid ja Automation Experten, glaube ich da ist noch ein ganz schöner Schritt zu machen um die KI sicher safe und effizient skalierbar einzusetzen.

00:18:09: Ja danke damit sind wir auch beim Thema Automatisierung.

00:18:13: Gerade für die Automatisierung und für die Industrie ist ja die USA ein riesiger Markt, sowohl als Produktanbieter als auch als Konsument, als Verbraucher, als Kunde.

00:18:27: Wir unterscheiden sich Entscheidungsprozesse, Innovationsgeschwindigkeit und Risikobereitschaft amerikanischer Unternehmen von den deutschen Unternehmen.

00:18:38: Das eine sehr gute Frage.

00:18:39: ich bin selber nicht so der Automatisierungsexperte.

00:18:47: Ich sehe zwei verschiedene Richtungen hier.

00:18:52: Aus der Siemens Sicht zum Beispiel haben wir immer noch große Probleme unsere Controller in den Markt zu bringen, obwohl die besser sind als der Marktführer.

00:19:08: und das ist einfach weil.

00:19:11: große Anlagen, große Firmen gehen auf Nummer sicher und kaufen das was sie die letzten dreißig Jahre gekauft haben.

00:19:19: Auf der anderen Seite kommt dann so ein Elon Musk und kauft die gesamte Suite von Siemens.

00:19:28: Und hat ein skalierbares Electric Vehicle Business aufgesetzt, was erst jetzt von den Chinesen gechallengt wird.

00:19:38: Also man hat beides!

00:19:41: Man hat Startups, die mehr Mut haben und auch neue Technologien haben wollen weil sie nur über die Skalierung eigentlich überleben können Firmen, die für die das schon ein Risiko ist den Anbieter der Kontroll- und Automatisierungssoftware zu wechseln.

00:20:06: Alf, wenn du jetzt nach über zwanzig Jahren mit der Zeitmaschine zurückreisen könntest und deine Entscheidung nochmal neu fällen könntest würdest du nach den zwei oder drei Jahren Expat oder andersrum?

00:20:21: würdest Du überhaupt in die USA gehen?

00:20:24: Und dann zum Ende deiner Delegation bleiben So wie du es getan hast oder wieder zurück nach Deutschland kommen?

00:20:31: und wenn du sagst, wie du vorgehen würdest.

00:20:35: Was wären die entscheidenden Gründe dafür?

00:20:39: Also ich glaube, ich würde nichts ändern an meinen Entscheidungen.

00:20:44: Ich habe eine sehr glückliche Zeit in den USA gehabt Sehr viele Freunde gewonnen.

00:20:53: Mein Sohn hat eine hervorragende Ausbildung bekommen In den Public Schools im Prinzen Hat ein eigenes Netzwerk von langjährigen Freunden aufgebaut.

00:21:09: Noch aus der Elementary School hat er Freunde, die ihn jetzt besuchen.

00:21:13: Er studiert in Heidelberg aber die kommen rüber und er geht rüber.

00:21:19: Und ich glaube das ist sehr wertvoll!

00:21:27: Die Umgebung war einfach fantastisch muss man sagen.

00:21:31: Siemens hat den Forschern schon ein fantastisches Umfeld geschaffen wo wir Sachen ausprobieren konnten in einer dynamischen Gesellschaft, in dem Land was eigentlich die KI zwar nicht unbedingt erfunden hat.

00:21:47: Da kann man jetzt schreiben drüber, gibt da sehr gute Deutsche, die damit gemischt haben aber die es halt verwertet haben.

00:21:58: und gleichzeitig war das Umfeld familiäre Umfeld das Freundesumfeld sehr interessant.

00:22:10: Ich habe eben schon mal darauf abgehoben, man trifft sehr viele interessante Leute.

00:22:17: Zum Beispiel war ich auf einer Hochzeit eingeladen in Prenzten.

00:22:22: Links von mir und rechts von mir saß jeweils ein Nobelpreisträger.

00:22:29: Die haben nicht viel geredet den ganzen Tag die waren sehr introvertiert Und sowas kriegt man nicht so einfach in Deutschland.

00:22:37: Deshalb würde ich sagen alle Entscheidungen richtig getroffen und viel Spaß gehabt.

00:22:44: Das ist toll, wenn du das für dich so sagen kannst.

00:22:49: Junge Leute haben ja im Moment keinen Spaß an den USA und es ist relativ unpopulär.

00:22:57: Was würdest Du heute einem jungen Menschen sagen der überlegt in die USA zu gehen?

00:23:03: Für seine Karriere befristet oder dabeihaft nur Mut oder im Moment vielleicht doch lieber nicht?

00:23:11: Ich würde schon raten dass Risiko einzugehen.

00:23:18: Zum einen ist das öffentliche Bild der USA ja geprägt durch diese verstellige politische Situation, zum anderen habe ich aber auch gesagt auf der privaten Ebene, auf der persönlichen Ebene ist das was ganz anders und die USA bietet viel mehr Dynamik, vielmehr Diversität bei Leuten, sehr viele interessante Lebensläufe.

00:23:49: Man lernt einfacher Leute kennen und das Land ist immer noch klasse.

00:23:55: Also auch New Jersey, hundert Meilen von Strand die beste Musikzähne der USA.

00:24:06: man sitzt zwischen Philadelphia und New York City gleichzeitig ist mal in anderthalb Stunden tiefster Natur.

00:24:16: also ich würde sagen da muss man abstrahieren von und Freunde die uns in letzter Zeit besucht haben aus Deutschland oder ihre Kinder, waren alle begeistert von dem Besuch in den USA, Besuch von uns und Jersey.

00:24:35: Und haben ihre Voreingenommenheit alle zurückgenommen.

00:24:40: Sogar Leute, die relativ links außen stehen, fanden den Trip in die USA sehr wertvoll interessant.

00:24:53: Alf du bist?

00:24:54: Vor kurzem an einen neuen Lebensabschnitt eingetreten.

00:24:58: Wie wirst du denn den Themen Innovation, Digitalisierung und auch ein bisschen Automation in Zukunft verbunden bleiben?

00:25:07: Mein Sohn studiert in Heidelberg Molecular Biotechnology.

00:25:14: Da bin ich sehr interessiert dran wo die Innovation da hingeht und wie man das automatisieren kann.

00:25:26: Die Covid-Impfungen waren ja schon im Teil die ersten Erfolgsstorys von diesem Fach, da gibt es aber viel mehr.

00:25:38: Und das ist ein nicht so einfaches Feld und man muss systemhaft denken.

00:25:48: Moby, das abgekürzt den Antworten, ist ein Systemdenken.

00:25:54: Es geht nicht zu sehr supertief in die einzelnen Fächer Physik, Biologie, Mathematik, Chemie sondern wie auf den verschiedenen Ebenen die Komponente zusammenspielen.

00:26:09: Und da glaube ich auch, dass KI eine Rolle spielen wird.

00:26:11: Das ist ja wichtig, weil der Suchfeld es enorm groß und um dort Lösungen für ein Problem zu finden kann KI zumindest mal gute Hinweise geben.

00:26:22: Dann muss man natürlich Erkenntnisse auch auf den Markt bringen und da braucht man die Automatisierung sonst kriegt man wieder nicht die Skalierbarkeit hin zum Beispiel zu heilen oder gute Medizin dafür anzubieten, was wäre mein Ansatz jetzt erst mal am Ball zu bleiben?

00:26:47: Und natürlich werde ich weiterhin mit dir reden kurz und am Laufen bleiben.

00:26:56: Da hast du ja viel mehr Möglichkeiten als früher und keine Zeitverschiebung.

00:27:02: Ralf, du klingst sehr zufrieden mit deinem Weg und der Situation.

00:27:07: Meist hat man aber doch noch ein paar Wünsche mehr.

00:27:10: und wenn eine nette Fee vorbeikäme und sagen würde, welche drei Wünsch erhältest du im Idealfall für die Prozessindustrie in Europa.

00:27:20: Aber auch an anderen benachbarten Gebieten?

00:27:24: Was würdest Du der Fee mitgeben wollen?

00:27:28: Ja ich würde sagen, die Deutschen brauchen mehr Optimismus!

00:27:32: Die machen so gute Sachen auf der Uni in kleinen Startups, aber irgendwie fehlt da der Mut vielleicht auch ein bisschen das Geld oder ist ja meistens was gleichem Mut oder Geld um das dann zu einem Geschäft zu machen.

00:27:55: Also ich habe sehr viel intelligente erfolgreiche Deutsche in USA getroffen meistens auf der Universitätsebene die gesagt haben Es dauert alles zu lange, es geht so langsam.

00:28:11: Ich werde auch nicht richtig anerkannt und die werden dann einfach von der Uni mit viel Geld in die USA gelockt.

00:28:22: Und das ist schade!

00:28:23: Warum kann Deutschland nicht... Obwohl sie die Talente haben, obwohl Sie das wissen haben, ob wohl sie die breite Ausbildung haben, warum kann da Deutschland nicht dynamischer spielen?

00:28:39: hätte ich gerne eine Idee von der Fee, wie man das am besten ändern könnte.

00:28:45: Was ich persönlich sehe ist dass so ein bisschen Pissimismus durch die Gesellschaft greift.

00:28:53: Ist kein Plan da?

00:28:55: Also vielleicht kann mal hier nochmal die Fußball-Weltmeisterschaft anführen.

00:29:01: Meistens ist das Nationalteam ja ne Abbildung in der gesellschaftlichen Situation.

00:29:09: So zielos und verhalten und ängstlich und pessimistisch wir gespielt haben, unglaublich.

00:29:20: Da waren andere Länder, obwohl sie schlechtere Spieler hatten besser als wir.

00:29:29: Ja das ist ja das Thema was du am Anfang auch sagst, dass einfach mehr Mut und letztlich auch mehr Failure riskieren.

00:29:37: aber einfach tun Jetzt bist du ein ganz bescheidener Wunsch.

00:29:40: Mensch!

00:29:40: Das war bisher erst Einwunsch an die Fee Aber an dem hängt natürlich eine ganze Menge.

00:29:49: Ja, die persönliche Wünsche wären vielleicht jetzt noch mehr Zeit mit meinem Freund zu verbringen.

00:29:58: Vielleicht auch ein paar Freundschaften, die durch diese Zeitumstellung oder Zeitverschiebung und dieser Entfernung etwas gelitten haben in der Vergangenheit nochmal aufleben zu lassen.

00:30:11: Hab da schon meine Kontakte geknüpft wieder und jeder ist froh das man da dass ich mich da wieder melde.

00:30:20: Ich hoffe, aus einigen dieser Kontakte wird es wieder was ergeben weil ich hatte in der Vergangenheit sehr viel Spaß mit diesen Leuten und man sehen ob sich das wiederbeleben kann.

00:30:32: Und dann war ich sehr wenig in Asien.

00:30:37: Da muss ich natürlich noch mal hin ins besondere Hunkerwasser bisschen tauchen.

00:30:46: aber Reisen wird ein wichtiger Punkt werden und da hoffe ich, dass sie für mir eine gute Inspiration gibt wo man hingehen kann.

00:30:54: Ja, dafür alles gut wünsche ich dir Alf.

00:30:58: Alf.

00:30:58: gibt es noch Punkte wo du gesagt hast?

00:31:01: das würde ich gerne bei so einem Podcast los werden aber wir haben doch nicht danach gefragt.

00:31:07: Ich glaube ihr habt schon alles irgendwie angesprochen.

00:31:13: nochmal betonen immer offen sein neugierig sein auf Leute die Netzwerke knüpfen.

00:31:20: natürlich braucht das Zeit und Energie Aber dass ist das spannende in USA.

00:31:26: Man lernt interessante Leute kennen.

00:31:29: Wenn man dann im Netzwerkbereich ist, muss man sich auch eine Story zusammenlegen warum sein eigener Lebensentwurf so aussieht wie er aussieht.

00:31:41: das ist auch ne sehr schöne Exercise machen Deutsche auch nicht so gerne und damit hat man schon auf der Netzwerksite eine ganze Menge geschaffen was ich immer wieder erzähle als operativer Tipp wenn man in die USA geht.

00:32:03: Siemens hat mir damals ein kulturelles Training verpasst und zuerst habe ich gedacht, brauche ich nicht!

00:32:09: Habt ihr schon länger mit den Amis zusammengearbeitet?

00:32:13: Das waren zwei Tage, die waren so interessant und wir haben die ganzen zwanzig Jahre davon gezerrt.

00:32:20: Meine Frau durfte mitteil nehmen und am zweiten Tag im Nachmittag habe ich dann sogar den Coach gefragt ob das Team einer Direct Reports dazu nehmen kann, damit die mal sehen wie andere auf Amerikaner gucken.

00:32:40: Und zu der Zeit hatte ich fast nur amerikanische Direct Reports und das Team selber hat davon sehr profitiert und fand das sehr interessant.

00:32:49: also dass als operativer kleiner Tipp noch am Schluss man lernt nie aus

00:32:58: Ralf.

00:32:58: damals sind wir am Ende unserer heutigen Folge angelangt.

00:33:02: welche drei Kurzen knackigen Schlüsselbotschaften möchtest du unseren Hörerinnen und Hörern zum Schluss mit auf den Weg geben.

00:33:11: Bleibe neugierig, auf Leute aber auch auf Geschäftsideen.

00:33:16: Gib immer mehr als du erwartest zurückzudrücken.

00:33:21: Du kriegst schon genug zurück und habt viel Spaß!

00:33:26: Spaß macht nämlich die Energie wie man das Ganze reinsetzt.

00:33:30: Viel einfacher zu generieren.

00:33:34: Vielen Dank Ralf.

00:33:36: Bitte schön Ja, danke.

00:33:39: Das war richtig positive Begegnung!

00:33:41: Dankeschön.

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