Nachwuchssituation in der Automation

Shownotes

Die aktuelle wirtschaftliche Situation in Deutschland, insbesondere in der Industrie, veranlasst viele junge Menschen darüber nachzudenken, ob der Beginn einer oder der Abschluss ihrer bereits begonnenen Ausbildung in der Automation überhaupt Sinn macht.

Kolleginnen und Kollegen mit langjähriger Berufserfahrung erinnern sich an vergleichbare Situationen, z.B. Anfang der 1990er Jahre, um den Jahrtausendwechsel im Bezug zur Dotcom-Bubble oder im Rahmen der Wirtschaftskrise 2007/08 und raten zum besonnenen Abwägen der Fakten.

Thomas Tauchnitz und Kurt D. Bettenhausen haben nachgefragt bei Mike Barth, Professor am KIT, wie sich die Situation in seinem Umfeld, im Umgang mit Studierenden und industriellen Partnern zurzeit darstellt.

Seid gespannt auf klare Analysen und Aussagen – vielleicht nicht immer so, wie Ihr sie Euch gewünscht hättet.

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00:00:00: Herzlich Willkommen Mike Bart, Professor am KIT.

00:00:05: Mike bitte stelle dich unseren Hörerinnen und Hörern kurz vor.

00:00:09: Sehr gerne!

00:00:09: Vielen Dank dass ich hier sein darf.

00:00:11: Mein Name ist Mike Bart.

00:00:12: Ich bin Professor für Vernetzt der sichere Automatisierungssysteme Am KIT dort seit etwas über drei Jahren an diesem neu geschaffenen Leerstuhl Und mein Team und ich, wir beschäftigen uns mit dem Engineering- und Betrieb automatisierter Systeme.

00:00:33: Das ist in allen möglichen Bereichen der Fall von Robotik über den Energiesektor die klassische Fabrikautomatisierung selbstverständlich auch die Prozessindustrie und aber – das ist ein sehr stark wachsender Sektor gerade in Verbindung mit Energie alles rund um die Automation von Gebäuden, nicht nur Wohngebäude sondern natürlich auch Industriegebäuden.

00:00:57: Und im Kern unserer Forschung stehen eigentlich drei Themen.

00:01:01: das ist einmal dass Informationsgetriebene Engineering.

00:01:05: das bedeutet dass wir dort Informationsmodelle nicht nur entwickeln und nicht nur fit machen für den Life Cycle sondern sie wirklich auch in die Anwendungen bringen.

00:01:17: Thomas, wir sprechen in den unterschiedlichen Gremien wirklich sehr oft über das Thema.

00:01:21: wie kann ich eine Verwaltungsschale als Beispiel nicht nur andenken und nicht nur modellieren sondern sie auch so fit machen in Richtung Versionierung, in Richtung Update oder in Richtung Verbreiterung dass im Engineering zwischen Unternehmen funktioniert.

00:01:37: Das machen wir in dieser Gruppe aber immer mit dem Fokus auf die Automatisierungstechnik ist die Forschung rund um Cyberphysical Robotics.

00:01:47: Das Thema Robotics spielt bei uns in gerade der Produktionstechnologie eine sehr große Rolle, dort beschäftigen wir uns mit den Systemarchitekturen für eine moderne auch mobile Robotik immer stärker natürlich das Thema embodied AI was gerade im Bereich dieser großen Aktorsysteme eine wesentliche Rolle spielt Und die Systemintegration dieser Systeme steht dabei uns on top of the list.

00:02:15: Im Kern also beides sehr visuelle Themen, digitale Zwillinge, Robotik – das kann man sehr gut erklären!

00:02:22: Die dritte Forschungsgruppe ist dann eher der Bereich den wir als Hidden-Layer bezeichnen und dass es das Thema IT OT Security manchmal ein bisschen unsexuell herkommt Aber es ist tatsächlich auch in Verbindung mit einer benachbarten Safety-Gruppe an unserem Institut, das ist der Lehrstuhl meines Kollegen Hohmann.

00:02:41: Es ist sowohl von der Relevanz als auch von den Projekten wachsende Domäne und dort geht's natürlich darum die Systeme nicht nur schneller ins Laufen zu bekommen sondern sie insbesondere sicher am Laufen halten.

00:02:57: Zudem bin ich noch Studienekan- und Vorstandsmitglied meiner Fakultät, weswegen mich natürlich die Ausbildung unserer jungen Menschen sehr interessiert und diese Disziplin nachhaltig umtreibt.

00:03:11: Weswegen wir auch heute zusammen sprechen dürfen?

00:03:14: Ja Mike das passt prima und ich will gerade die Abkürzung KIT noch als Karlsruhe-Institut für Technologie übersetzen für die wenigen die es in Deutschland nicht kennen könnten.

00:03:25: Die Kleine sind Partste Uni in Karlsroth genau!

00:03:28: Mike an der Hochschule seid eher Fachleute technisch-wissenschaftlichen Nachwuchs.

00:03:34: Wie fasst du die aktuelle Nachwuchssituation im Bereich der Automation zusammen?

00:03:40: Was läuft gut und wo siehst du größere

00:03:43: Probleme

00:03:44: herausfordernden?".

00:03:45: Also Quatschopp Description bin ich natürlich von Grund auf positiv, das ist aber jetzt kein Zweck Optimismus sondern dass es wirklich ein Tatsachen, Optimismus, die Nachfrage nach unseren hoch ausgebildeten, innovativen jungen Menschen in der Automation ist steigend.

00:04:08: Das mag sich in der aktuellen Situation die wir in unserer Industrie gerade erleben ein bisschen wie fast hohen anhören das ist es aber nicht.

00:04:19: was wir zugrunde legen müssen ist dass sich die Automatisierungstechnik in den letzten Jahren gewandelt hat.

00:04:27: Es geht nicht mehr nur darum, dass man eine Steuerung versteht sie implementieren kann ein sauberes Engineering dafür macht die Anlage in Betrieb nimmt und es dann am Laufen hält sondern Automatisierungstechnik ist deutlich mehr.

00:04:40: Und heute geht das insbesondere darum Leute an den Schnittstellen auszubilden an den schnittstellen In dem Energie und der Prozess zusammenkommen einen Schnittstellen wo Menschen und der prozess Zusammenkommen und an den schnitt Stellen wo IT und OT zusammen kommen.

00:04:56: Dort werden Leute mehr denn je gebraucht, bei allem was wir an Effizienz und Qualität aber heute auch an Nachhaltigkeit aus unseren Prozessen herausholen müssen.

00:05:08: Und wenn mir das erlaubt... Wir haben nicht nur in der Forschung sondern gerade auch im Transfer haben wir uns große Mühe gegeben in der Vergangenheit Fancy Begriffe zu entwickeln, digitale Zwillinge, Industrie für Null.

00:05:23: Das war alles toll und auch alles gut.

00:05:25: Mittlerweile brauchen wir diese Fancy-Begriffe nicht um den Wert eines Informationsmodells darzustellen denn jeder der mit KI egal um privaten oder im Unternehmensbereich umgeht weiß was Modelle eine Bedeutung haben und welche Relevanz im Hintergrund die da haben.

00:05:45: Darum geht nicht zuletzt auch verbunden mit der Robotik, die sehr sehr visibel gerade ist sehe ich das absolut positiv.

00:05:54: Die Herausforderung, die ich sehe, ist dass viele unterschätzen wie interdisziplinär unsere Automatisierungstechnik ist und dass tatsächlich auch gerade eine Schwarzmalerei betrieben wird nach dem Motto du musst doch überhaupt ein Ingenieursstudium machen oder auch ganz konkret die Automatisierungstechnik braucht es nicht, weil das macht doch die KI jetzt alles für uns.

00:06:24: Und ehrlich gesagt ist das auch etwas was ich vor allem in meinem Alter plus erlebe dass Leute die vielleicht nicht voll umfänglich verstehen was technologisch dahinter steckt, vielleicht auch nicht vollumfängig verstehen wollen welche Möglichkeiten eine derartige Technologie bildet, dass da ein gewisser Rückzugsgedanke oder ein Sicherheitsgedankel vorherrscht und man deshalb diese dunklen Wolken auch gerade über den Nachwuchs zeichnet.

00:06:54: Und das ist aus meiner Sicht völlig falsch, genau die falsche Richtung – das Gegenteil ist der Fall!

00:07:01: Das wäre wie ich es gerade vorher sagte hier einen echten Push erleben.

00:07:06: Die Geschwindigkeit, mit der die Automation gerade sich ändert aber auch wächst gleichermaßen ist erfreulich.

00:07:13: Ist toll und KI ist hier ein Enabler.

00:07:17: Aber die Automatisierungstechnik bleibt das was im Kern die KI in die reale Welt trifft.

00:07:22: Stichwort embodied.

00:07:22: was ich vorher sagte Genau dahingehend sehr viel Licht was ich sehe Und dass auch gerne ohne schwarzmalerei.

00:07:31: Michael lassen Sie mir wenig fokussieren auf Ausbildung Qualifizierung der jungen Menschen.

00:07:38: Wenn Studierende zu dir kommen, eine Zeit lang da sind und als junge Ingenieurin und Ingenieure Berufsanfänger sind und du noch Kontakt zu ihnen hast auch im Nachgang Was fällt dir auf?

00:07:49: Welche Kompetenzen diesen jungen menschen am häufigsten fehlen wenn sie in die Automation einsteigen?

00:07:57: Wenn Du erlaubst ich fange mal an was haben Sie denn?

00:08:02: Und dann komme ich aber gerne zu dem, was sind fehlen?

00:08:04: Was unsere aktuellen Absolventinnen und Absolventen mehr denn je haben ist die ITOT-Kompetenz.

00:08:13: Und zwar in den klassischen Ingenieurstudiengängen.

00:08:16: Keine Maschinenbauerin, keine Elektrotechniker, Kybernetiker, Mechatroniker, Medizintechniker ... Wie sie alle heißen verlässt das Ingenieursstudium ohne eine solide Grundlagenausbildung im Softwareengineering programmieren, das heißt auch wirklich in den entwickeln dieser digitalen Systeme.

00:08:35: Das ist sehr erfreulich und gleichzeitig durch unsere klassische Ingenieursausbildung gerade in den Grundlagen fächern können sie diese IT mit der OT ganz gut verknüpfen und ich glaube dass wird uns auch zurückgespiegelt.

00:08:48: Wo es ein wenig fehlt noch und das müssen wir uns selber in unserer Ausbildung angreifen ist dieses systemische Denken.

00:08:56: Ich finde wir haben immer noch zu sehr dieses Korrekulare an den Universitäten, du hast morgens linear elektrische Netze.

00:09:04: Dann klappst du den Ordner oder das Snowbook dazu zu und gehst in die nächsten Vorlesungszahlen der Türste Physik und Mathe

00:09:09: usw.,

00:09:11: ihr kennt das

00:09:11: Spiel.".

00:09:12: Und das bedeutet dass wir das auch nach wie vor getrennt prüfen.

00:09:18: Prüfen heißt eine Kompetenz, die ich mir erwerbe und das setzt sich in den Köpfen zu sehr fest.

00:09:23: Das zusammenzudenken!

00:09:25: Das versuchen wir im Hauptstudium, im Masterstudium in den Vertiefungen zu leisten.

00:09:32: Aber da sind wir noch nicht gut genug und das fehlt wenn ich in die Industrie wechsle.

00:09:38: Und das zweite was wir oft zurückgespiegelt bekommen ist der Faktor Mensch.

00:09:44: Wir bilden technisch aus, wir bilden deep tech aus und wir schreiben uns auf die Fahnen dass das wichtigste ist verlieren aber den Menschen und seinen Platz in unserem Automatisierungssystem doch manchmal aus den Augen.

00:09:58: Der Mensch wird öffnet als Störfaktor, klassische Regelungstechnik verstanden.

00:10:03: Und das muss sich eben ändern, dass man den Menschen mitdenken muss.

00:10:07: Dass man Konflikte mitdenkt, Fehler mitdenkten muss ... Das Erteil dieses Systemloobs ist.

00:10:13: Als Beispiel, ich hab kürzlich mit einem ... Wir haben ja hier auch die Architektur am KIT, mit einem Kollegen dort gesprochen, der sagt so ... Das Thema Passivhäuser, das war echt toll.

00:10:24: Und das habt ihr Ingenieure auch richtig gut ausgekaspert.

00:10:28: aber leider habt ihr vergessen dass Fatih halt auf dem Zoomal das Fenster öffnet und dann bricht dieser Heulekosmos sofort zusammen.

00:10:37: und ich denke da Automatisierungstechnik deutlich mehr ist im Stande zu leisten was die Zusammenarbeit mit den Menschen angeht.

00:10:45: Mike Gurten wäre etwas schmaler Inwiefern bereiten die Studiengänger und das, was dort auch als praktische Ausbildung mitgenommen wird ausreichend auf die Herausforderung von Industrie.

00:11:01: Und wo könnte man mehr tun oder wo es etwas nachzuholen?

00:11:06: Wir werden besser!

00:11:08: Es ist so ein bisschen ein Hergehen mit dem Thema der Silo-Ausbildung.

00:11:14: Wir integrieren deutlich mehr Praxis in die Lehre.

00:11:18: Das heißt nicht, dass wir auf notwendige theoretische Grundlagen verzichten aber als genauso wichtiger Teil des Studiums müssen wir verstehen das die Leute es einfach auch tun sollen in den Laboren an den Universitäten Aber auch als Teil von Lehrveranstaltungen.

00:11:38: diese klassische Vorlesung Das ist nicht mehr die ganze Antwort, die wir hier geben dürfen.

00:11:45: Gerade in Zeiten, in denen sich das Lernen mit Assistenzsystemen signifikant verändert.

00:11:50: Übrigens auch das Prüfen verändern sich signifikante und hier müssen wir besser werden – hier sehe ich deutlich Nachholbedarf.

00:12:00: Was wir auch noch integrieren müssen, ist dieses Thema End-to-end Verantwortung.

00:12:11: Wenn ihr uns fragt, wie laufen denn die Projekte an den Universitäten?

00:12:16: Dann ist es oft ein sehr technologisch getriebener Aspekt.

00:12:20: Du musst eine Technologie verwenden um ein Problem zu lösen dass wir sie aber so reif bekommen dass der Markt etwas davon hat, das ein echter Mehrwert davon entsteht.

00:12:32: Dazu machen wir uns das Ganze aus meiner Sicht oftmals zu einfach und vernachlässigen einfach vieles was an Randbedingungen, Kosten, Ressourcen etc.

00:12:40: alles noch da ist übrigens auch an Geschwindigkeit.

00:12:43: und deshalb würde ich mir wünschen und Ich habe ja selber die Möglichkeit dazu Dass wir auch Dinge wie Pragmatismus wie Mut Unternehmerisches handeln oder auch dieses einfach mal machen Prinzip, dass wir diese Freiheit wieder mehr ins Studium integrieren und es nicht bestrafen wie jemand mal rechts und links was tolles ausprobiert bis hin zu einem Gründertum das von uns von den Universitäten ausgehen muss.

00:13:11: Und das bedeutet natürlich auch Risiko.

00:13:13: und dieses Risiko dieser Risikowerwährnis aber auch die Risikobereitschaft das sollten wir hier wieder mehr zulassen.

00:13:23: Michael, lasst mich diese Begeisterung von dir mitnehmen.

00:13:26: Wo siehst du denn die spannendsten Forschungsfelder?

00:13:29: in der Automation für Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler?

00:13:34: Und

00:13:34: im Gegenzug natürlich auch welche Themen drohen denn dabei unterrepräsentiert zu bleiben?

00:13:40: Ja ich denke das Spannendste weil touchable visibel anfassbar ist tatsächlich das Thema Robotik momentan.

00:13:48: es ist ja kein neues Thema um Gottes Willen Aber Robotik im Sinne von mobilen Systemen, die nicht mehr ortsfest irgendwo installiert sind sondern mobil im Einsatz sind und dadurch auch ihre Einsatzzwecke das was sie tun sollen ständig ändern können flexibel in einem Einsatz sein.

00:14:10: Und gerne auch mit dem Mensch zusammen.

00:14:12: und da sind wir wieder bei embodiedei.

00:14:15: Das ist etwas im Moment wo wo uns die Forschungswelt geradezu explodiert von Ideen und diese Ideen, die wir da haben, die übertragen wir natürlich sofort auf unsere Studierenden.

00:14:27: Diese Nachfrage sehen wir übrigens auch in der Auswahl der Vertiefungen, die grade sowohl im Bachelor als auch im Masterbereich im gesamten Engineering getroffen werden.

00:14:38: Das ist etwas was wirklich toll ist.

00:14:41: im Moment Gleichzeitig Auch das hatte ich schon mal erwähnt, die Möglichkeiten von Assistenzsystemen.

00:14:49: Wo es nicht nur um die technische Implementierung geht sondern wo so Themen aufkommen wie... Vertrauen, wie schaffen wir Vertrauen im Sinne von Security-Systemen die miteinander arbeiten?

00:15:01: Wo es um Kommunikationsfähigkeit geht.

00:15:03: Wie kommunizieren wir mit der Maschine aber auch die Maschine mit uns?

00:15:07: Stichwort Interpretation eines Bewegungsfades den ein Roboter macht oder den einen Mensch macht damit sie nicht kollidieren und Diese Dinge wie Sprache, Dialog, Fehlererkennung – also etwas was ich früher als Soft Skills bezeichnet hätte.

00:15:24: Das geht gerade in die Hightech-Forschung bei uns mit ein und das ist etwas wo wir sehr viel Raum für interdisziplinäre Zusammenarbeit haben und das wird auch von den Studierenden aber auch von Forschern hier sehr wertgeschätzt.

00:15:39: Und das dritte was sich nennen würde wäre das Thema Optimierung, Energieprozesse weniger Emissionen, weniger Rohstoffe.

00:15:50: Wir sind bereits sehr gut dafür Lösungen zu schaffen.

00:15:54: das liegt in unserer DNA Dinge besser machen zu wollen Prozesse besser machen und ich denke dass gerade in der Systemoptimierung im Moment sich viel tut.

00:16:08: Du hast mich gefragt, was ist im Moment so ein bisschen unterrepräsentiert?

00:16:12: Das sind die Themen, die eben nicht so visibel sind.

00:16:15: Vielleicht auch ein bisschen unsexy sind und das ist Safety, das ist Security, das is Robustheit.

00:16:22: Da sind vielleicht auch gewisse Standards... Wie leben wir denn heute Standards?

00:16:26: Ist es nach wie vor die Dean-Normen oder die VDE-Richtlinie?

00:16:29: oder muss ich da auch etwas ändern?

00:16:32: Und diese Themen werden halt genauso wichtig werden, sein.

00:16:38: Stichwort Security by Design.

00:16:40: und auch hier gilt es die Leute top auszubilden, gilt es diese Engineering Prozesse darauf abzustimmen.

00:16:47: aber sowohl in der Lehre als auch in der klassischen ITOT basierten Automatisierungsforschung finde ich dass diese Themen etwas visibler seien müssten.

00:16:58: wenn man so ein bisschen Bild vergleicht ist ein bisschen wie beim Kochen.

00:17:03: Wir alle mögen ein tolles Rezept und wir mögen tolle Präsentationen, aber wir alle schätzen es auch wert im Restaurant wenn da auch Hygiene und Mesoplaske geachtet wird.

00:17:14: Ja Mike die Sichtbarkeit muss weitergehen als nur in die Sonntagsreden.

00:17:20: das Thema Resilienz ist ja da ein Thema über das ganz viel geredet wird und dann werden in Deutschland Farmerbetriebe zugemacht weil ja die Produkte aus China billiger sind.

00:17:31: Das steigert nicht unsere Resilienz.

00:17:35: Mike Wiebe urteizt die Nachfrage nach Automatisierungsfachkräften in Deutschland im internationalen Vergleich, jetzt mal abgesehen von der aktuellen eingefrorenen Arbeitsmarktlage.

00:17:47: und wie könnte das in den nächsten fünf bis zehn Jahren werden?

00:17:51: Auch hier genauso wie beim Thema haben wir überhaupt die richtigen Nachwuchskräfte.

00:17:57: Ich sehe das, ob der Möglichkeiten, ob die Dinge, die wir gerade entwickeln und zwar ausdrücklich nicht nur an den Universitäten sondern insbesondere in den Vorfeldentwicklungen der Unternehmen.

00:18:11: Ich sehe es als äußerst positiv aber wieder mit dem Disclaimer versehen.

00:18:16: Nicht mehr in der komplett traditionellistischen Form, vielleicht die meisten noch im Blick haben wenn sie ein Automatisierungstechnik denken.

00:18:24: Das ist ein Mensch vor dem Notebook der in Ölverschmierten unter Maschinenprax rumläuft und Code ausliest, Code eingibt und den Roboter oder die SPS zum Laufen bringen will.

00:18:35: Diese Dinge ändern sich natürlich dramatisch indem wir neue Möglichkeiten nutzen, Code Reviews nutzen.

00:18:43: Das alles wird nicht mehr im Kern stehen, aber wie ich vorher sagte ist das Automatisierungstechnik eben deutlich mehr bedeutet.

00:18:50: Die fängt bei den Prozessen an, wie wir von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der IT lernen können, wie ein virtuelles, ein softwaregetriebenes Projekt aufgesetzt wird.

00:19:01: Ich würde die ICD Pipelines nutzen von Agentic AI.

00:19:06: Aber nicht nur ... Ich möchte wirklich nicht nur auf der KI-Schiene rumreiten auch wenn es gerade awoke ist, verändert es sehr viel, was wir als Engineering kennen.

00:19:18: Es heißt einfach, dass wir lernen und uns auch davon nicht abbringen lassen, dass Wir Lösungen entwickeln die tatsächlich gebraucht werden und wir automatisierer können das.

00:19:31: Ich hatte vorher das Gebäude erwähnt.

00:19:32: Wir sind dafür verantwortlich, dass Gebäuden weniger Energie brauchen, dass es den Menschen darin gut geht.

00:19:38: Ich hätte vorhin Medizintechnik als Studiengang erwähmt.

00:19:41: Wir werden immer älter, es braucht medizinischen Fortschritt.

00:19:44: Da spielt die Automatisierungstechnik mit Robotik und bildgebender Diagnostik mit Assistenzsystemen, mit Teleoperating was wir in unseren Anlagen seit Jahrzehnten schon machen.

00:19:56: das alles geht jetzt in den OP-Saal Und deshalb müsst ihr mir's verzeihen ich weigere mich in den Kanon des abgesangster einzustimmen.

00:20:06: Ich sehe da sehr viel Potenzial Aber nicht nur in Karlsruhe Mitte oder Durlach Aue.

00:20:15: Wir müssen unseren Studierenden auch wieder vermitteln, dass die Welt nicht am Ende der Postleitzahl aufhört sondern das bereits im Studium anfängt ein internationales Profil zu schärfen sich andere Länder anzuschauen dort andere Unternehmen und andere Universitäten kennenzulernen.

00:20:32: Das halte ich für nie da gewesen.

00:20:34: wichtig wenn wir auch abends den Nachrichten schauen Und diese Freiheit und Flexibilität des Arbeitsplatzes, die müssen wir uns wieder mehr auf die veranschreiben.

00:20:48: Sehr schöne Überleitung Mike!

00:20:50: Wenn du heute mit Unternehmensvertretern sprichst – deinen Kontakten?

00:20:56: Welche Erwartungen äußern diese Unternehensvertrete dir gegenüber, die sie an junge Automatisierungsingenieurinnen und Ingenieure haben?

00:21:05: Und wie bemüht ihr euch seitens der Hochschule, diese Erwartungen gut oder noch besser zu bedienen?

00:21:12: Zwei Dinge.

00:21:13: Das ist die Anschlussfähigkeit und Interdisziplinarität.

00:21:17: Ich fange mal mit der Anschlüssfähigkeit an.

00:21:19: Es geht nicht darum jede Programmiersprache und jedes noch so kleine Engineering-Tool über mehrere Semester im Studium gehabt zu haben.

00:21:31: es geht heute noch viel mehr darum sich schnell in einer neuen Umgebung mit sich ändernen Randbedingungen zurechtzufinden.

00:21:40: Das meine ich mit Anschluss an Passfähigkeit, das bedeutet leider die Herausforderung dass man nicht wie vielleicht im vergangenen Jahr erst mal als kleine Ingenieuren als kleiner Ingenieur anfangen kann, drei Jahre SPS programmiert und dann noch zwei Jahre in Betrieb nimmt.

00:21:58: Und dann darf man vielleicht mal daran denken, Lead-Engineer oder Projektverantwortung zu übernehmen.

00:22:03: Diese Zeit haben wir laut Aussagen der Industrie nicht mehr.

00:22:09: Die Arbeitsplätze lassen das auch einfach nicht mehr zu.

00:22:14: Das müssen wir ... Kurt, du sprichst es an, das müssen wir auch ins Studium.

00:22:19: integrieren.

00:22:19: Das heißt, dass wir deutlich mehr Verantwortung aber auch deutlich mehr Freiraum und auch Ungewissheit und Nichtdefinition ins Studium lassen.

00:22:29: als Beispiel wenn ihr mir erlaubt dich.

00:22:31: Wir haben bei uns eine neue Projektarbeit eingeführt.

00:22:34: das sind dann drittes vierte Semester Und die Projektarbeiten liefen toll.

00:22:38: Die machen alle das an den Instituten Aber weder die Studierenden noch Teile der Betreuung kamen mit der Unklarheit klar, was machen wir denn jetzt?

00:22:52: Was machen die jetzt und wie bewerten wir das?

00:22:54: Und was ist denn wenn sie das am Schluss nicht hinbekommen.

00:22:57: Das sind ja alle noch so jung!

00:22:59: Genau das ist es, was wir eigentlich mit den Projektarbeiten erreichen wollen dass die Jungs- und Mädels scheitern dürfen ohne dass sie aus dem Studium fallen oder hier eine schlechte Note bekommen.

00:23:09: Darum geht's gar nicht.

00:23:10: Die Noten sind da nicht wichtig sondern Projekt Engineering unter unvollständigen Voraussetzungen mit unvollständigen Anforderungen.

00:23:19: Quasi die Realität im Studium und da müssen wir besser werden, und da arbeiten wir sehr stark dran.

00:23:26: Und das Dritte ist schon das nächste ist die Interdisziplinarität.

00:23:30: Aber kurz, dass es nichts Neues!

00:23:33: Wir predigen das... Ihr predigt das seit mehreren Jahren wenn nicht gar Jahrzehnten.

00:23:38: Wir dürfen nicht mehr in sie losdenken.

00:23:44: Das wird jetzt auch Realität im Studium tatsächlich.

00:23:47: Deshalb, was können wir tun?

00:23:48: Mehr Praxisbasierte Lehrformate halten der Qualität nicht bei ihren Lassen den Weg dort zu gehen.

00:23:56: aber der volle Vorlieferungssaal mit vierhundert Leuten und das von morgen zum acht bis abends um achtzehn Uhr kann nicht mehr die ganze Wahrheit sein.

00:24:05: Mike zur Vorbereitung auf das praktische Leben Gut für die Forschung sind ja immer Kooperationen zwischen Hochschulen und Industrie.

00:24:16: Welche Rolle spielen sie bei euch, bei der Nachwuchsausbildung?

00:24:20: Und was könnte verbessert verstärkt werden um mehr Talente von der Forschung in die Praxis

00:24:26: zu bekommen?

00:24:28: Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle – und das kann ich nicht ernsthaft genug sagen!

00:24:34: Unternehmen müssen mehr auf den Campus Und das bedeutet nicht nur, um mal nachmittags eine kleine Vorlesung zu halten oder mal eine SPS als Spende zu übergeben.

00:24:46: Verzeiht mir diese Flapsigkeit, sondern es geht darum, dass wir Unternehmen und praktische Probleme, praktische Herausforderungen in die Lehre integrieren – da wiederhole ich mich!

00:24:58: Aber ... Wir haben das bereits.

00:25:01: Und zwar nicht nur am KIT, sondern in Aachen, Stuttgart, München, LEMGO gerade in Heilbronn, der große IPAI Campus.

00:25:09: Das sind alles neue High-Tech Forschungsstandorte die mit und um Unternehmen herum geplant werden.

00:25:18: Deshalb mein ganz klarer Appell dass wir uns das A nicht kaputtreden lassen was wir ein wertvolle Ausbildungskapazität in Deutschland haben denn wir waren gerade in den Ingenieursbereichen schon immer im sehr guten Austausch mit der Industrie Stichwort Transfer.

00:25:36: Jetzt müssen wir nicht nur Ergebnisse von der Uni oder auch Leute von der uni nach außen transportieren, sondern wir müssen die Unternehmen auf den Campus bringen und gerade mit den Vorentwicklungen dort gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

00:25:51: Jetzt haben wir gemeinsam viel über Technologie, Methodik, Offenheit herangehensweise gesprochen.

00:25:58: wenn von der Automatisierung als stark Technologie getrieben, dann fällt mal rübergehen auf die menschlich persönliche Seite.

00:26:07: Wie steht es denn um Diversität und

00:26:10: das

00:26:10: weit über die Genderdiversity hinaus?

00:26:13: Über Herkunft, über methodische Zugänge andere Lösungsprinzipien im Nachwuchsbereich?

00:26:21: was hilft da?

00:26:22: welche Maßnahmen sind besonders wirkungsvoll bei den vielfältigen Aufgaben auf Automatisierer zukommen?

00:26:30: Ja, ich hatte das vorher kurz mit dem Thema Interdisziplinarität auch Teamorientierung angesprochen.

00:26:38: Das Zusammenarbeiten über Grenzen des eigenen Horizontes hinweg zum Beispiel im Bereich Assistenzsysteme Robotik – ich habe vorher die Beispiele genannt –

00:26:48: ist

00:26:49: zwingend notwendig.

00:26:50: Wie steht es da in der Automatisierungstechnik?

00:26:54: gesagt, bitte nicht nur auf Gender fokussieren und das ist völlig richtig.

00:26:59: Aber da fängt es halt an und wir sind nach wie vor ein üblicherweise Männerdominierter Laden aber auch hier mit neuen Formaten, auch teilweise mutigen Formaten Biomedical Engineering ein neuer Studiengang am KIT mit fünfzig Prozent Frauenquote die gehen durch dasselbe Curriculum durch Wie eine klassische Elektrotechnik natürlich auch mit Abwandlungen.

00:27:24: Aber wir merken dort, wie gut es uns tut.

00:27:26: Wenn wir die Kommilitoninnen und dort nach dem Grundstudium bei uns in der Automatisierungstechnik in den Vorlesungen, in den Projekten sitzen haben – Wie durchmischt die Ansichten in diesen Teams werden?

00:27:41: Security, Sicherheit, Zweck werden ganz anders gedacht!

00:27:46: Wir haben auf der einen Seite das Technologiegetriebene.

00:27:49: Wir haben hier ein neues LLM.

00:27:50: Lasst uns schauen, wofür wir's einsetzen können.

00:27:53: Wir haben jetzt auf der anderen Seite dieses sehr frühe Ja, aber wofür denn?

00:27:58: und was machen wir denn damit?

00:28:00: Und wer profitiert auch davon.

00:28:02: Das war das Thema auch Transfer nicht nur der Technologie als Mittel zum Zweck sondern auch die Anwendbarkeit.

00:28:08: Das lernen wir besser durch diese neuen Studiengänge und das ist übrigens toll weil im Masterstudiengang funktioniert das bereits hervorragend.

00:28:19: Dort mischen wir ja quasi vom Bachelor kommen die Leute aus verschiedenen Teilen der Länder, ich hatte heute Morgen das Privileg wieder Zulassungen aussprechen zu dürfen.

00:28:29: da sind Leute aus der ganzen Welt für ein Master dabei.

00:28:33: und diese Interdisziplinarität interkulturelle Zusammenarbeit Das ist das was wir im Master hier schaffen Und was wir aus Mauner Sicht auch noch viel früher im Bachelor integrieren sollten.

00:28:46: Mike, jetzt habe ich eine ganz lange Frage.

00:28:49: Kürzlich erschien vom VDE eine Untersuchung Erfolg elektrotechnischer Studiengänge und da wurden fifty-fünfzig Hochschulstandorte untersucht und das zentrale Ergebnis war große Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften also HAWs halten ihre Zahlen relativ stabil während die kleinen Universitäten und Hochschulen ein

00:29:15: Problem

00:29:15: haben.

00:29:16: Und, äh, vierunddreißig Prozent Erstsemester verloren haben im Vergleich zu früher.

00:29:22: Und dann wurden zwei Hochschulenerwähnte Uni Klauszahl und München die gegen den Trend gleich geblieben oder sogar gewachsen sind weil sie viel in Internationalisierung investiert haben oder regelmäßig in die Schulen gehen also sozusagen innovative Ansätze die aus der Hochschule rausgehen.

00:29:44: Wird das helfen oder welche Möglichkeiten siehst du sonst und haben die Hochschulen, um für Studienanfänger attraktiver zu werden?

00:29:54: Vielleicht sollten wir zunächst mal bei der Diskussion anfangen was steigende oder fallende Studien Anfängerzahlen bedeuten.

00:30:03: Also, wir waren vorher bei Grundausbildung in Mathe.

00:30:05: Jetzt kriegt ihr zunächst die Ingenieursantwort und die InGenieur's Antwort ist Wir haben sinkende Geburtenraten über viele Jahre hinweg Und wir bauen gleichzeitig sehr viele neue Studiengänge auf.

00:30:17: Wie könnten wir also rechnerisch dabei bleiben dass eine klassische Studiengang wie Elektrotechnik oder Maschinenbau Die gleichen Anfängerzahlen haben wie sie das vor vielen Jahren gehabt haben?

00:30:26: Diese Rechnung erschließt sich mir nicht.

00:30:28: Gleichzeitig haben wir aber und die Trendumkehr, Thomas hast du angesprochen.

00:30:35: Haben wir tatsächlich die positive Entwicklung und zwar seit mehreren Jahren mittlerweile das wir steigende Anfängerzahlen haben und zwar in den Ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen.

00:30:49: Das ist ein Phänomen was wir insbesondere bei den großen Einrichtungen wie Du auch sagst sehen.

00:30:57: zu den kleineren Einrichtung komme ich nachher noch.

00:31:00: Aber bedeutend steigende Studierendenzahlen, tatsächlich das Heil in dass wir uns stürzen sollten aus meiner Ansicht nicht ausschließlich.

00:31:12: Denn es geht nicht nur um Studienanfängerzahlen sondern es geht vor allem um Qualität derer die wir durch das Studium bekommen und die wir rausbekommen.

00:31:19: Nur davon profitieren wir letztendlich.

00:31:22: Und jede Hochschule in Deutschland hat theoretisch und praktisch auch die Möglichkeit neue Studiengänge mit ganz fancy, tollen Namen zu generieren und hat auch die Möglichkeit Dinge auf Englisch umzustellen, um ein deutlich größeres Bewerberfeld zu adressieren.

00:31:41: Und beide Mechanismen sind No-Brainer und funktionieren.

00:31:45: Das heißt wir können die Studierendenzahlen erhöhen.

00:31:47: aber ist das wirklich das was wir auf Teufelkommen raus bollen?

00:31:52: Ich denke nicht!

00:31:53: Wir müssen es schaffen dass der fernen Welt, sondern auch Leute innerhalb Europas von unseren Nachbarländern.

00:32:04: Dass es für die selbstverständlich ist zu uns zu kommen eine hochklassische Ausbildung zu bekommen, eine sehr gute Ausbildung dazu zu bekommen und dadurch lieber ein solides Plateau an Studierenden und nicht auf Teufelkommen rauswachsen aber die Qualität signifikant erhöhen das wäre mein Wunsch.

00:32:28: Jetzt vielleicht noch zu den kleinen Einrichtungen.

00:32:31: Wir haben tatsächlich über Jahrzehnte Studiengänge im Umkreis von manchmal zwanzig Kilometern aufgebaut, wo ich eine klassische Elektro-Technik und Maschinenbau in die einen Richtung zehn Kilometer in die andere Richtung zehn km studieren kann.

00:32:46: Das sind sicherlich ganz tolle Ausbildungen, aber vielleicht könnte man sich da auch irgendwann mal überlegen gewisse Kompetenzen zu bündeln.

00:32:55: Ich spreche explizit nicht davon Einrichtung zu schließen, aber Einrichtungen zu spezialisieren so dass sie wirklich in einem größeren Umkreis ein Angebot machen was dort unique ist.

00:33:06: Da spricht ein bisschen der BWL jetzt

00:33:09: Ja und beides waren ja Antworten sozusagen aus Sicht der Hochschule.

00:33:14: Wie sieht das aus Sicht der jungen Menschen aus, die sich für eine Karriere in der Automation interessieren?

00:33:20: Welche Perspektiven und Herausforderung sollen oder müssen sie kennen bevor Sie sich zu so einem Studium entscheiden?

00:33:28: Ich glaube dass derjenige oder diejenige, die ein Leben lang das Gleiche machen möchte.

00:33:36: Und gerne auch mit standardisierten Prozessen durchgetaktet nach vorgefertigten Lösungsschämen dass diese Leute in der Automatisierungstechnik sehr unglücklich sein werden.

00:33:46: Und ich würde das nicht empfehlen.

00:33:48: Im Umkehrschluss empfehle ich Leuten wie euch, wie unsere Kolleginnen und Kollegen die wir tagtäglich treffen dürfen, die wirklich dieses Unique, diese Lösungsalternativen zu entwickeln neue Konzepte zu entwickeln Dinge auf Deutsch gesagt auf die Straße zu bringen oder bei uns in die Fabrik zu bringen Die das suchen und auch nichts scheuen.

00:34:12: Die sind in der Automatisierungstechnik aufgehoben.

00:34:15: Denn nennt mir einen zweiten technischen Bereich, der so interdisziplinär ist was die kerntechnologischen Themen angeht Perzeption, Aktorik, Sensorik ITOT.

00:34:27: Ich könnte noch stundenlang die Interdisziplinarität aufzählen und den Mensch, den ich vorher erwähnt hatte.

00:34:33: Das muss man schon mal suchen Und das auch mit einer weltweiten Verbreitung und so unterschiedlichen Domänen Fabrik Gebäude Energie.

00:34:42: Das ist doch toll!

00:34:44: Da hast du absolut recht, um dich jetzt gleich nochmal zum Schmunzeln zu bringen.

00:34:49: Mike stell dir vor, du bist für fünf Minuten von allen Ressourcen Limitierung befreit und kannst frei entscheiden.

00:34:57: Welche drei Maßnahmen würdest du sofort umsetzen?

00:35:01: Um die Nachwuchssituation in der Automation in Deutschland nachhaltig zu

00:35:05: stärken?

00:35:06: Ich glaube, dass was im Moment sehr gut funktioniert sind wirklich visible Dinge.

00:35:12: Und da hilft uns auch unser Allgemeinleben.

00:35:17: Kurt Thomas ich weiß nicht ob bei euch zu Hause ein Wischroboter rumfährt oder einen Saugroboter oder ein Rasenmährroboter.

00:35:25: Was heißt hier?

00:35:26: Oder Mike und

00:35:30: Danke!

00:35:32: Diese Dinge helfen uns mehr als viele Schulaktivitäten, die wir in den vergangenen Jahren gestartet haben.

00:35:39: Wo ältere Professoren so wie ich dann an die Schule gegangen sind und erzählt haben, wie toll Automatisierungstechnik ist?

00:35:45: Die jungen Leute sehen gerade in unserer Umgebung überall was Automatisierungstechnik im Stande ist zu leisten.

00:35:53: Und der einzige Aha-Moment ist echt ... Das ist auch Automatiserungstechnik.

00:35:58: Ja das ist ja toll!

00:36:00: Das heißt dass wir einfach darauf aufmerksam machen müssen, wie uns Automatisierungstechnik umgibt.

00:36:07: Und zwar nicht in irgendeiner dunklen Fabrik, wo keiner reinkommt sondern in unserem tagtäglichen Leben.

00:36:12: und das ist das was wir in den Schulen mit tollen Projekten, Medioschool-Projekten machen wenn wir wirklich die Praxis dort in die Schulen bringen und zwar mit ganz alltäglichem Dingen Wasserversorgung in der Stadt, Transport in der statt und so unsere Community dafür schaffen.

00:36:29: Das würde ich sofort weitermachen.

00:36:32: tatsächlich Das zweite ist und hier kommt jetzt ein bisschen Housekeeping bei uns intern.

00:36:37: Das hatten wir heute auch schon mehrfach, die die Korikula weiter wirklich weiter optimieren darüber nachdenken.

00:36:46: was macht eigentlich meinen Job gerade aber auch in der Zukunft aus?

00:36:51: Also wofür brauchen wir denn einen Professor?

00:36:54: Und die Frage stelle ich mir jetzt nicht jeden Tag, aber dann doch öfters.

00:36:58: Das treibt mich tatsächlich um – wie sieht die Lehre?

00:37:01: Wie sieht die Zusammenarbeit?

00:37:02: Es ist nicht nur Lehre!

00:37:03: Ich nenne es vielmehr Zusammenarbeit.

00:37:05: Wie sieht das Leben hier auf einem Unikampus aus und da müssen wir vieles noch moderner gestalten.

00:37:13: Aber wir sind da wirklich dran.

00:37:15: Da gibt's ganz tolle Dinge.

00:37:18: Wir sind ja auch Influencer, also auch unabhängig von meinem Podcast Auftritt heute.

00:37:23: Sind wir mehr denn je Influenser um junge Leuten mit allen Möglichkeiten Perspektiven aufzuzeigen und das ist ja sehr toll!

00:37:31: Und das Dritte da wiederhole ich mich – es tut mir leid – dass ist das Thema Internationalität oder auch Mobilität.

00:37:38: Ein Drittel der KIT-Studierenden die Zahl kenne ich halt geht entweder im Bachelor oder im Masterstudium ins Ausland Und diese Zahl ist für meine Geschmack noch viel zu gering, denn wann hast du mal ein Fenster wo du mit so vielen Freiheiten tatsächlich etwas anderes erleben kannst?

00:37:55: Noch bevor du signifikante Entscheidungen für dein Leben treffen musst.

00:38:00: Diese drei Dinge würde ich nachhaltig fördern.

00:38:02: Du hast gerade davon gesprochen Perspektiven aufzuzeigen.

00:38:06: und auch wenn wir das in einer vorangegangenen Folge mit dir schon besprochen haben was motiviert dich in der Automation zu arbeiten und sie aus einer Hochschule heraus weiterzuentwickeln.

00:38:17: Auch da um es mit meinen Studis zu sagen Impact & Purpose, wir als Automatisierungstechniker verändern.

00:38:25: Wir sparen Energie ein!

00:38:27: Mit einer Veränderung der Heizkurve können wir bei uns Zuhause zwanzig dreißig Prozent Energie einsparen – wir wissen wie das geht.

00:38:36: Das Leben besser.

00:38:38: Weniger Emissionen, wir schaffen Qualität!

00:38:41: Wir treiben also die IT in die OT hinein und der Outcome ist wirklich tagtäglich zu sehen – das motiviert mich ungemein.

00:38:51: Und bei mir hier kommen natürlich noch die ganzen jungen Menschen dazu, die ja unsere Stakeholder sind aber letztendlich auch so ein bisschen unsere Produkte oder unsere Dienstleistung, die wir dann irgendwann nach draußen verschenken.

00:39:05: Wir verschenken die sozusagen.

00:39:06: Eigentlich müssen wir sie verkaufen, aber das ist ein anderes Thema.

00:39:10: Wenn ich in der Vorlesung Gebäudeautomation, wenn ich dort über Dinge spreche, die im Gebäudegetan werden dann kommen die jungen Menschen zwei drei Wochen später zu mir und zeigen mir Fotos auf dem Smartphone.

00:39:21: Guck mal was sich hier automatisiert habe.

00:39:23: Das ist sehr toll.

00:39:25: Es geht in die Schlafzimmer unserer Studierenden hinein und dieses Privileg genies ich, dass ich da Teil davon sein darf.

00:39:32: Ich darf mit Politik, ich darf mit Gesellschaft, unternehmen oder zu tollen Experten wie euch beiden sprechen.

00:39:40: Und morgen früh mache ich wieder Systemmodellierungsvorlesung und danach sprechen wir über Finanz- und Management im Fakultetsverstand.

00:39:47: Dann kommt das nächste und dann kommt wieder das nächste!

00:39:50: Es gibt keinen besseren Job.

00:39:51: Du bist ja dann auch sehr interdisziplinär unterwegs, sozusagen vom Erstsemester bis zu den Kollegen und Kolleginnen in den Gremien.

00:40:02: Mike du klingst so glücklich!

00:40:04: Hast du trotzdem drei Wünsche die du einer freundlichen Fee anvertrauen würdest was dich noch glücklicher machen würde?

00:40:13: Der Tauchnitzfee, ähm...sehr sehr gerne.

00:40:17: Wenn ich mir etwas wünschen würde arbeiten wir ja mit sind Teil davon, dann ist es wieder ein bisschen mehr Mut.

00:40:27: Ein bisschen mehr Risikobereitschaft in allen möglichen Facetten des Engineerings.

00:40:34: Ich gebe euch weil ich fange immer bei mir selbst an, gehe ich ein Beispiel.

00:40:37: Ich saß vorher heute wirklich mit einer Juristin des KIT zusammen.

00:40:42: Ich sag nicht um was das ging Es ginge aber um eine juristische Beratung die ich brauchte im Bereich der Lehre und diese Ganz ganz tolle Frau hat mir gesagt, ach Herr Bart hätten sie doch nicht gefragt und es einfach gemacht.

00:40:57: Und wir sind so ein bisschen die Augen rausgefallen denn jetzt hat mehr eine Juristin quasi gesorgt wie Risiko ... bewusst Ingenieure sind und dass wir doch einfach mal wieder ein bisschen mehr machen sollten.

00:41:08: Und das nehme ich jetzt zum Anlass, das auch hier zu sagen, das dürfen wir gerne auch an unsere Studierenden weitergeben.

00:41:15: Es geht nicht um Naivität, es geht auch nicht darum, dass wir Systeme nicht vor Risiko bewahren.

00:41:21: Dass wir uns aber vielleicht wieder etwas mehr trauen Dinge einfach mal zu tun machen.

00:41:26: Das ist so ein Kredo nach dem lebe ich tatsächlich auch hier.

00:41:30: Und gleichzeitig dazu, bei allem Social Media, bei aller Information die uns tagtäglich umgibt auf keinen Fall den Wind aus den Segel nehmen lassen.

00:41:41: Wir Deutschen sind Weltmeister darin, uns einreden zu lassen wie schlecht alles läuft und das machen wir oder es braucht man gar nicht extern machen.

00:41:49: Das machen wir schon sehr selber.

00:41:50: wenn man mal mit Leuten aus dem Ausland spricht schütteln sie den Kopf und fragen Warum redet ihr euch eigentlich selber so schlecht?

00:41:56: viele Dinge bei euch funktionieren doch toll?

00:41:58: Und ja es funktioniert nicht alles gut.

00:42:00: aber Jetzt spreche ich für den Bereich der Ausbildung.

00:42:03: Wir haben ein richtig gutes Ausbildungssystem und auch ein richtig diverses, und es wird immer besser werden.

00:42:10: Und das Dritte ist dieses Thema – nach dem KIT Master hört ihr das Lernen nicht auf!

00:42:18: Wir lernen jeden Tag Neues und dieses Thema Lebenslanges lernen.

00:42:23: Das wird einen massiven Impact auf das künftige Berufsleben haben.

00:42:27: Das hatte es schon immer aber ich denke es wird sich dramatisieren.

00:42:30: Ein Beispiel Letzte Woche war eine Bachelorpräsentation hier und der Student hat mit Language Models gearbeitet.

00:42:38: Er hat gemeint, Herr Bart die Tatsache auf der ich gearbeitet habe, hat sich innerhalb meiner sechs-monatigen Bearbeitszeit dreimal geändert.

00:42:46: Das heißt, dass er dreimal quasi wieder von vorne angefangen hat weil auf einmal dieses Thema das konnten was sie vorher nicht konnten.

00:42:52: Und er war jetzt gar nicht sauer oder traurig sondern hat gemein, da müssen wir ganz schön am Ball bleiben!

00:42:59: Und das bedeutet, wenn ein Siebzehnjähriger das erfasst hat und für sein Leben geplant hat, dann müssen wir das auch, die wir schon im Berufsleben stehen.

00:43:06: Ja, das sind die Dinge, die ich mir wünschen würde.

00:43:09: Das

00:43:10: haben wir nicht abgesprochen, da war ich nütz' die Gelegenheit Eigenwerbung!

00:43:14: Wir hatten einen Podcast am zwanzigsten Januar mit Bill Hochthorpe aus den USA der das Thema lebenslanges Lernen ganz wunderbar motiviert hat.

00:43:28: Also wer von den Hörerinnen und Hörern auf den Punkt, der Dritten von dir Mike anspringt.

00:43:33: Der soll sich dem Podcast

00:43:34: noch mal anhören.

00:43:35: Mike wir haben viele Fragen besprochen aber manchmal vergessen wie eine Frage zu stellen auf die unsere Gesprächspartner warten.

00:43:44: hast du noch einen Punkt den du gerne ansprechen würdest?

00:43:48: Tatsächlich einen einzigen an meine Kolleginnen und Kollegen in der Industrie die ja fleißig euren Podcast hören Und zwar bemerke ich in den letzten Monaten eine zunehmende Fokussierung auf den eigenen Kosmos im Unternehmen und wir alle wissen, warum das so ist.

00:44:10: Das ist auch gut so!

00:44:13: Gleichzeitig bedeutet es aber, dass ich irgendwelche Zettel auf den Tisch bekomme oder E-Mails geschickt bekomme.

00:44:19: Wir brauchen dringend fünf Bachelorthesen.

00:44:22: Hier ist die Ausschreibung und schreiben sie mal auf von Leuten, die ich weder persönlich kenne noch mit denen wir nie Kontakt hatten.

00:44:31: Das Thema, auf das ich hinweisen will, ist dieser Kontakt zu der nächsten Generation, zu Universitäten.

00:44:41: Etwas ist, was Vertrauen braucht.

00:44:43: Was Zusammenarbeit braucht und was nicht einfach wie so eine kleine Dienstleistungs-Anhalt abgehandelt wird.

00:44:50: Sondern wenn wir zusammenarbeiten dann machen wir das sehr gerne unsignifikant.

00:44:55: aber Transfer ist immer eine bidirektionale Sache Und auch bei viel Hektik in der Industrie sollte man das nicht vergessen.

00:45:05: Das war jetzt meine kleine Wunschfee an die Industrie.

00:45:09: lasst uns gerne sehr eng zusammenarbeiten, das weiter tun.

00:45:15: Mike, damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge angelangt.

00:45:19: Welche drei Schlüsselbotschaften möchtest du unseren Hörerinnen und Hörern zum Schluss mit auf den

00:45:23: Weg geben?

00:45:25: Vertrauen Sie jungen Menschen!

00:45:26: Insbesondere unsere jungen die aus den Hochschulen, aus den Universitäten heraus, aus dem Ausbildungsbetrieben hinaus in den Job einsteigen.

00:45:37: Die Jungs- und Mädels sind sehr gut ausgebildet und können auch was vertragen.

00:45:43: Das heißt, geben Sie ihnen Verantwortung, geben sie Ihnen die große weite Welt – Sie werden es wirklich danken zurückzahlen!

00:45:50: Wir haben eine ganz tolle Generation, die da kommt.

00:45:55: Das Zweite ist, dass wir im Gleichklang aufhören sollten den Leuten zu erzählen wie schlimm die Zukunft sein wird weil Herr Steckkai macht ja das alles in Zukunft?

00:46:04: Das ist nicht so, das wissen wir alle Aber wir können es eben nutzen und müssen einfach weiter das machen, was wir immer gemacht haben.

00:46:11: Tolle Lösungen entwickeln für Probleme die es wirklich gibt.

00:46:15: Und daran arbeiten wir!

00:46:18: Das dritte wird jetzt eher so an die nächste Generation gehen, für die ich gerade Werbung gemacht habe, dass man hier wieder mehr bereit ist – die eigene Komfortzone, Ja, mit viel Mühe auch aufgebaut haben.

00:46:33: Die in Deutschland aber auch existieren, dass man diese Komfortzone wieder ein kleines bisschen mehr erweitert und mal ungewisse, vielleicht unkonventionelle Dinge im Studium macht, testet und ausprobiert ... Und mit diesen Erfahrungen dann in ein tolles Berufsleben einsteigt.

00:46:50: Ich sag den jungen Leuten immer, egal wie alt ihr seid, ihr habt mehr als vierzig Jahre Betriebszugerigkeit oder Arbeitswelt noch vor euch, nutzt die Zeit, die ihr hier seid!

00:47:00: Vielen Dank, Mike.

00:47:01: Schön, dass du bei uns warst heute.

00:47:03: Danke euch beiden!

00:47:05: Danke auch...

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